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Gedanken zur Kundgebung heute am Brandenburger Tor

Ich habe eine Weile überlegt, ob ich wirklich etwas dazu schreiben sollte. Zu dieser Kundgebung heute. Meine Zweifel und Gedanken. Ich habe überlegt, weil ich Verurteilungen entgehen wollte. Verurteilungen durch andere Juden, die es schätzen, dass man die Dinge hoch aufhängt, schließlich kommt ja Angela Merkel auch, und Verurteilungen durch Gutmenschen, die sich laut mit ihrer Teilnahme hervortun.
Nachdem nun heute morgen in der Süddeutschen Zeitung der Artikel "Antisemitismus - Deutschlands fürchterliches Schweigen" erschien, sehe ich, dass meine Gedanken geteilt werden. Das gibt Mut, zu schreiben. Schlimm genug, dass ich überhaupt Mut brauche, über das zu schreiben, was mich bewegt.

Es einige Probleme, die ich mit der Kundgebung heute habe. Eines Thorsten Schmitz in seinem Artikel oben hervorragend wieder: Warum, muss so eine Kundgebung erst vom Zentralrat organisiert werden? Für mich erscheint es vielmehr als ein dadurch oktroierter Pflichttermin für so manchen, der weiß, wann man was sagen sollte und müsste...tief drinnen aber...nun, die Erfahrung hat wohl schon jeder, nicht nur an Stammtischen gemacht. Tief drinnen aber sieht es anders aus. Das selbstauferlegte Verbot, Dinge zu sagen und dafür Dinge zu sagen, die nur Lippenbekenntnisse sind, sind die Crux unter der wir leiden. Auf diesen Promikundgebungen finden wir keine Wahrheit über Judenhass in Deutschland. Die finden wir mittendrin in der Gesellschaft. Diese Wahrheit ist erschreckend und wird es mit jedem Jahr mehr, sie ist nicht überraschend trotz allem. Resignation setzt ein. Doch es gibt sie, diese Funken, Lichter, die im Grauen erscheinen. Diese Funken und Lichter werden heute nicht wohlbeschützt auf der Bühne am Brandenburger Tor stehen. Sie erscheinen klein, werden nicht gesehen und sind doch die wichtigsten Menschen, die es in Europa gibt, wenn es gilt, den Hass zu bekämpfen. Und ich spreche vom Hass allgemein. Nicht nur den auf Juden, auch den auf die Flüchtlinge, die hofften, hier ein neues Leben beginnen zu dürfen, den noch immer schwelenden Hass auf Homosexuelle, auf Sinti, Roma. Es scheint, als brauche der Mensch etwas zum hassen.

Ja, man wird gesehen werden, heute auf der Demonstration und man wird sich sagen, dass man da war, und man wird sich fühlen als guter Menschen, und man wird Dankbarkeit erwarten. Es bleibt ein schaler Beigeschmack, solange solche Kundgebungen durch die Opfer organisiert werden müssen und die Realität, das Leben das Gegenteil beweist.

Nie wieder Hass, auf irgendwen. Stellt Euch schützend vor Opfer im wirklichen Leben. Einigen wir uns doch einfach darauf.


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Erinnerungen an 9/11

Vor nun 13 Jahren saßen wir um diese Zeit im Keller des Jüdischen Museums. Die Eröffnung für das Publikum sollte um 15 Uhr sein. Am Tag zuvor war der sogenannte Stiftertag, an dem all jene das neue Museum besichtigen konnten, die dazu beigetragen hatten, dass es eben nicht nur leere Hülle blieb, sondern ihre Erinnerungen und Erinnerungsstücke schenkten. Für mich persönlich war dies die eigentliche Eröffnung, nicht die feierliche Eröffnung mit seinen Reden, seinen Prominenten, sondern dieser stille Tag am 10. September 2011.
Am 11. September, die Flugzeuge waren bereits in die Türme geflogen, saßen wir also dort. Ich weiß nicht mehr, ob die Panzer schon an diesem Tag vor das Museum gefahren worden und dann Wochen, vielleicht Monate dort blieben.
Nach Stunden wurde entschieden, nicht zu öffnen. Stunden, in dem das neu zusammengesuchte Team an Besucherbetreuern sich in einer Art kennenlernte, die nicht nur die beste war. Es gab die Menschen, die Freunde hatten, um deren Schicksal sie nicht wussten, Menschen, die selbst lange in New York lebten oder von dort kamen, Menschen, die einfach noch ihre Fassung suchten. Und erschreckend viele, die offensichtlich nichts empfanden und es auch sagten. Es war ihnen egal.

Zwei Dinge verbinde ich selbst mit diesem Nachmittag im Keller: zum einen, das Gefühl, dass die Hoffnung auf eine bessere Welt, die Hoffnung auf ein Leben ohne Kriege zwischen Ost und West, gestorben ist. Die kurze Phase, die mit dem Fall der Mauer begann war für mich an diesem Tag vorbei. Und dennoch ahnte ich nicht, was noch folgen würde, in welcher Welt wir heute leben würden. Zum anderen ist meine Erinnerung bestimmt von dem Kollegen, der schon gleich meinte, dass da "die Juden" dahinter stünden. Die Türme kaum eingestürzt, die ersten Schätzungen der Opfer nicht nur in New York wurden veröffentlicht, schon kam die erste Verschwörungstheorie und das erste Mal für mich, dass ich mit solcherlei Aussagen konfrontiert sein würde. Es würde nicht das letzte Mal gewesen sein.
Dieser Tage war es das Flugzeug, das vor Australien abstürzte und lange entschwunden war, dann gefolgt vom Flugzeug, das über der Ukraine abgeschossen wurde.

Die Arbeit begann zwei Tage später. Der Kollege, der laut meiner Erinnerung nicht lange bei uns blieb, wurde von anderen direkt zurechtgestutzt. Dennoch, das ist was blieb, jedes Jahr heute kommt die Erinnerung wieder. Etwas später zog ich nach New York. Es folgten Jahre des Pendelns nach Berlin...und jedes Mal flog auch die Angst mit, die Angst vor unberechenbaren Menschen. 

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Das, was ich vermisse. Erinnerungen an das Land meiner Kindheit. #de25

Bücher (7304171958)Angeregt durch die Artikel im Zeit-Magazin "Ostdeutsche: Tut doch nicht so, als sei alles in Ordnung" möchte ich auch hier Texte veröffentlichen, die ich in den letzten Jahren schrieb, teils auch an anderer Stelle. Sie wurden meist um den November geschrieben...Erinnerungen an das Land, in dem ich aufwuchs - und das wohl ein Anderes war, als das, an das sich die meisten erinnern.

Lesersuchbegriffe

Joan Brossa Velòdrom Camí obrint interrogació

Es haben sich wieder ein paar Suchbegriffe angesammelt, mit denen Leser hier hin geraten sind. Ich möchte sie gern - wenn jetzt auch nicht mehr nötig beantworten.

Radtour: Wenn ich jetzt wüsste, welche Region und wie lang, würde ich gern Empfehlungen geben. Klar, dass ich mich in Brandenburg am ehesten auskenne. Berlin für Radtouren...naja. Also etwas Konkreter darf es sein. Übrigens auch gern per Mail. Wenn Sie nach Berlin gezogen sind und die Umgebung erkunden wollen oder einfach auch mal den Nordosten per Rad erfahren wollen.

Geschichte ist unwichtig: Ich sehe es nicht so. Ich glaube noch immer, dass man auch aus den Fehlern anderer lernen kann, oder eben auch aus den positiven Dingen. Dazu muss man sie kennen. Ganz sicher ist natürlich, dass Geschichte nicht gleich Wahrheit heißt. Geschichte ist immer Interpretation. Und ganz sicher ist Geschichte wesentlich mehr als Daten auswendig zu lernen. Was bringen Daten, wenn wir die Zusammenhänge nicht erkennen? Ich erlebe es jeden Tag im Museum. Die Zusammenhänge sind das Wichtigste - und ganz offensichtlich das Schwierigste überhaupt.

Ariernachweis Heirat: Glücklicherweise nicht mehr nötig. Dieses Papier brauchte man unter anderem auch, wenn man im "Dritten Reich" Beamter bleiben oder werden wollte. Allerdings war die Grundlage sehr absurd. Zunächst ging es um den Nachweis "reindeutschen" Blutes. Was nach Ansicht der Nationalsozialisten alle ausschloss, wie eben Juden, Sinti, Roma etc.. Soweit irgendwie noch nachvollziehbar die krude Logik. Warum aber getaufte Juden der vierten Generation zunächst als Arier galten, zeigt dann doch das sehr Verquere Denken der Nazis, das dann plötzlich doch wieder Religionsbekenntnis heranzog. Nun denn...absurd, absurd und leider tödlich.
Glücklichweise gab es allerdings auch Pfarrer, die entsprechende Papiere fälschten, so, wie bei meiner Familie - allerdings dann leider aber auch jene, die die getauften ehemaligen Juden dem Staat meldeten. Heute ist das Bekenntnis zum Glück egal, es kann interkonfessionell geheiratet werden, nicht nur in den Standesämtern. Allerdings kann man dort auch heute noch mit der Ahnentafel der Urgroßeltern z.B. eine Einbürgerung erhalten.

David Grossman kommendes Buch: Da habe ich nur "Aus der Zeit fallen" von 2013 gefunden. Ich liebe David Grossman ja sehr, muss ich zugeben.

Narzisst befriedigen: Lassen Sie es. Sie werden es nie schaffen. Sie gehen daran zugrunde, denn Sie werden seine übersteigerten Anforderungen nie erfüllen können. Es sei denn natürlich, sie haben eine masochistische Ader und wollen sich selbst aufgeben. Dann nur zu.

Richard C. Schneider Urlaub: Irgendwann jetzt, wie mir scheint. Allerdings kann man ihn dann sicher auch selbst via Twitter fragen (@rc_schneider). Er reagiert tatsächlich auch dort, wenn man Fragen hat. Vermutlich allerdings nicht im Urlaub, hoffe ich zumindest für ihn. In den letzten Wochen schien er pausenlos wach und unterwegs gewesen zu sein. Ich wünsche ihm einen Urlaub, in dem er sich erholen kann und danke ihm für all die Informationen und Reportagen.
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"Best Blog" - Blogstöckchen

 http://www.jmberlin.de/blog/2014/08/best-blog-blogstoeckchen/

Und auf einmal wird man vom JMB mit einem Tweet bedacht. Was war da los?



Museumsmenschen sind immer irgendwie miteinander verknüpft. Nicht anders als andere Berufsgruppen. Seit soziale Medien sogar in Museen Einzug gehalten haben, sogar noch mehr. Was das für Museen und ihre Besucher, denn das sind wir Museumsmitarbeiter ja auch immer wieder, heißen kann, wäre Stoff für einen neuen Beitrag.

So bin ich wohl zweierlei bei diesem Stöckchen. Die Museums- und jüdische Bloggerin. Danke an das JMB, dass sie bei diesem Stöckchen auch die Grenzen vom professionellen Museumsblog überschritten haben, ich werde es auch in andere Richtungen weiterreichen, da offensichtlich schon (fast?) alle Museumsblogs und -blogger durch sind. Jetzt aber endlich zu den Fragen:  

Warum bloggt ihr?

Ich habe die Antwort noch immer in meinem Profil. Ich war schon immer, seit ich den Weg zu meinen Wurzeln ging, eine liberale Jüdin. Das war (und ist auch noch) nicht immer selbstverständlich. Zwar ist es in Berlin inzwischen eher geduldet als akzeptiert, dass es nicht nur eine Kantorin, sondern auch eine Rabbinerin gibt, dennoch erscheint mir die Vielfalt innerhalb der Gemeinde noch geringer als sie außerhalb glücklicherweise inzwischen sein kann. Ich sah durch Chajms Blog aber, dass es Bewegung gab in Deutschland. Er inspirierte mich zum Schreiben. Tut es noch heute. Er hat in meinen Augen den Weg für die deutsch-jüdischen Blogger geebnet. Ich nenne ihn - und er weiß es (noch) nicht den Vater der jüdischen Blogger in Deutschland. Danke Chajm, auch für Deinen Rat an jeder Stelle.

Vor sechs Jahren, als ich mit dem Bloggen anfing, wurde ich hier in Berlin noch sehr misstrauisch betrachtet. Wenn ich sagte, dass ich in die Synagoge Oranienburger Straße ging, erntete ich gewöhnlich unfreundliche Blicke und war für das (jüdische) Gegenüber oft nicht jüdisch genug. So entstand letztlich auch der Titel für diesen Blog. Unsägliche Dinge gingen dort vor, man habe ja eine Kantorin. Skandal, Unerhörtheit, geht ja gar nicht. Meine Frage, warum nicht, ist übrigens nie beantwortet worden. Ein "das war schon immer so" lasse ich nicht gelten.

Inzwischen hat sich diese Sicht von außen geändert. Die Synagoge in der Oranienburger Straße ist weiter egalitär, ihr G'ttesdienst ist inzwischen konservativ. Heute gehen Menschen dahin, die mich damals noch verurteilten. Es ist heute nicht mehr "meine" Synagoge. Ich freue mich aber, dass sie gewachsen ist und das Thema Frau oder Mann als Rabbiner offensichtlich inzwischen in Berlin nicht mehr prioritär ist.
Mit dem Blog wollte ich zeigen, dass es auch das Andere gibt. Dass wir Liberalen/ Reformer nicht weniger jüdisch sind, nicht weniger gläubig oder irgendwas. Vielleicht hinterfragen wir mehr. Ich weiß es nicht. Ich kann mich nur in einem Umfeld wohlfühlen, in dem das auch erlaubt ist. 

Gibt es einem Anlass, der zu erstem Blogpost geführt hat, eine Geschichte, die Ihr mit ihm verbindet?
Mein erster Blogpost, ich habe gerade nachgesehen, war kurz und sagt eigentlich nicht viel und irgendwie doch alles:

Sowas mache ich nicht, ich muß mich doch nicht der Außenwelt mitteilen - oder vielleicht doch? Nun, so viele Gedanken gehen umher, wollen festgehalten werden. Nun soll es also beginnen - das Projekt des Gedankenfangens. Ich bin gespannt, wohin es mich bringt.
Einen konkreten Anlass gab es nicht. Ich habe es einfach mal versucht. Dass ich je wahrgenommen werde, hatte ich nie vermutet.

Gebt Ihr Eure Texte vor der Veröffentlichung noch jemandem zu lesen?
Nein, im Gegenteil, ich schreibe meist aus einer Emotion heraus. Das merkt man, wie ich finde oft in meinen Texten - und sei es nur, dass sie durch meine Aufgewühltheit vor Rechtschreibfehlern strotzen.
Allerdings habe ich hier jetzt doch mehr Zeit reingesteckt, umsortiert und korrigiert.


Wie sieht das Zusammenspiel zwischen Eurem Blog und Euren Aktivitäten in den sozialen Netzwerken aus?
Irgendwann habe ich mit Twitter angefangen, Instagram, Eyeem, Flickr, Pinterest, tumblr...alles dabei. Wie so ein richtiger Netzmensch. Es ging um andere Themen, ausprobieren. Ich liebe Twitter, dort bin ich spontan, und erfahre mehr als es jeder Nachrichtenkanal bieten kann und bin in direkterem Kontakt. Sogar Freundschaften entstanden und entstehen dort. 
Hier im Blog finden meine Gedanken Platz, hier wird im Schreiben geordnet, was mich bewegt. Hier ist mehr Ruhe, dafür liebe ich meinen Blog auch (wieder).


Habt Ihr einen festen Kreis an Leserinnen und Lesern und kennt diese?
Ja, gerade die deutschsprachigen jüdisches Blogger sind gut vernetzt, wie ich finde. Wir lesen uns gegenseitig, stehen einander zur Seite, wenn es sein muss und treffen uns auch manchmal in der Realität. Mit den Jahren gab es viele tolle jüdische Blogs, manche sind inzwischen eingeschlafen, was sehr schade ist. Das Lesen lohnt sich aber dennoch noch immer.


Gibt es ein Thema oder ein Anliegen, das Euch besonders am Herzen liegt und das Ihr mit Eurem Blog verfolgt?
Ursprünglich ging es schon nur um ein "jüdisches Leben in Berlin und anderswo". Mit den Jahren hat es sich geändert. Ich habe gezweifelt, wollte die Seite einstellen, weil meine Themen inzwischen doch andere waren. Ich wechselte die Plattform, die Themen. Irgendwann kehrte ich dann doch wieder hierher zurück. All das "Nichtjüdische" hier gehört ja schließlich auch zu mir, zu meinem Leben. Irgendwie Jüdisch.


Wo schreibt Ihr Eure Texte? Im Büro, zuhause, am Schreibtisch, auf dem Sofa, im Café …?
Wenn ich etwas schreiben will, kreisen meine Gedanken immer schon eine Weile um das Thema und formulieren sich im Kopf. Ich habe aber auch immer ein Notizbuch bei mir, in das ich Texte schreibe. Manches landet hier, anderes wieder nicht. Ich schreibe überall, so ich meinen Rechner dabei habe, im Bett, im Zug, am Schreibtisch, im Café, am Strand...


Wie vernetzt Ihr Euch mit anderen Bloggerinnen und Bloggern?
Es gibt einen inzwischen in die Jahre gekommenen Webring jüdischer Blogger. Ein Blick lohnt sich dennoch. Dort findet man auch all jene Blogs, die inzwischen ein Schläfchen machen. Die Blogrolls der Schreibkollegen bergen auch immer wieder tolle Überraschungen.

Was war das aufregendste Ereignis, das Ihr mit Eurem Blog verbindet?
Dass ich nach den Jahren auf dem Blog des Jüdischen Museums auftauche vielleicht? Das hat mich sehr gefreut.

Wirklich aufregend allerdings war erst vor kurzem ein sehr emotionaler Beitrag meinerseits, der dann von Dr. Kissler, den ich übrigens via Twitter kenne und sehr schätze, hier zitiert wurde. Plötzlich schossen die Leserzahlen hoch und ich brauchte etwas, herauszufinden, was da los war. Ich habe für diesen Beitrag überraschend viel positive Resonanz bekommen. Allerdings auch den ersten zutiefst antisemitischen Kommentar. Ich habe ihn nicht veröffentlich und er wird, hoffentlich Folgen haben. Persönlich direkt angegriffen zu werden geht wesentlich tiefer, als es die täglichen Dinge tun. Man ist abgehärtet - leider.
Wichtiger aber sind mir die Reaktionen gewesen, dass man diese Sicht, wie ich sie schrieb, bisher nicht gesehen hatte in der aktuellen Diskussion. Das zeigte mir, dass ich doch etwas bewegen kann und irgendwie war es doch das, was ich einst mit dieser Seite bewegen wollte. Es gibt kein Schwarz und Weiß, es sind die Schattierungen dazwischen, die einfach zu selten gesehen werden. 

Was war Euer Medium, bevor Ihr anfingt zu bloggen? Das persönliche Gespräch, das Tagebuch, der Leserbrief, die Demo, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften?
Ich war immer sehr zurückhaltend. Das Internet ist für mich, wie für viele Menschen, ein Geschenk, da es eine Stimme geben kann. Auch, wenn man zu scheu zum Reden ist. Ich habe mich mit den Jahren, wie auch mein Blog geändert. Ich stehe noch immer nicht gern vorn, vor allen Leuten, nur bin ich inzwischen nicht mehr anonym. Auch das hat zwei Seiten. Allerdings lernte ich auch durch diesen Blog, dass ich nicht so allein stehe mit meinen Gedanken. Das gibt Mut und Selbstvertrauen.

Meint Ihr, dass es Euren Blog auch noch in 5 Jahren geben wird? Und wenn nicht, was sonst?
Hmm, vor einem Jahr hätte ich vielleicht gesagt, nein. Inzwischen aber, mit allem hoch und runter, denke ich doch ja. Der Titel bleibt. Es rücken inzwischen mehr Museumsthemen in den Mittelpunkt, da das Museum weiter mein Leben bestimmt und ich zeigen möchte, dass wir Museumsmenschen eben keine staubtrockenen Inventarisierer von noch staubigerem Archivgut sind, das sowieso niemand sehen will. Die Museumswelt ist agil und bunt und auch in Deutschland ausgesprochen lebendig. Gerade bei den kleinen Museen gibt es viel zu entdecken. Sie sind gezwungen, andere Wege zu gehen, da sie sich auch ohne großes Werbebudget Aufmerksamkeit suchen müssen. Ich finde diesen Prozess ausgesprochen spannend.
Auch das jüdische Leben ändert sich in Berlin mehr und mehr. Es bildet sich mehr Buntheit außerhalb der Gemeinde. Es bleibt spannend und bestimmt gibt es immer wieder etwas zu berichten.


Und weiter geht das Stöckchen. Nicht mehr nur an Museen und Archive, es sind ja offensichtlich eh schon alle durch. Falls schon woanders aufgetaucht, bitte ich die Dopplung zu entschuldigen. 

Meine Fragen an Euch, weil die von Mirjam und Mirjam schon perfekt sind: 
  1. Warum bloggt ihr?
  2. Gibt es einem Anlass, der zu erstem Blogpost geführt hat, eine Geschichte, die Ihr mit ihm verbindet?
  3. Gebt Ihr Eure Texte vor der Veröffentlichung noch jemandem zu lesen?
  4. Wie sieht das Zusammenspiel zwischen Eurem Blog und Euren Aktivitäten in den sozialen Netzwerken aus?
  5. Habt Ihr einen festen Kreis an Leserinnen und Lesern und kennt diese?
  6. Gibt es ein Thema oder ein Anliegen, das Euch besonders am Herzen liegt und das Ihr mit Eurem Blog verfolgt?
  7. Wo schreibt Ihr Eure Texte? Im Büro, zuhause, am Schreibtisch, auf dem Sofa, im Café …?
  8. Wie vernetzt Ihr Euch mit anderen Bloggerinnen und Bloggern?
  9. Was war das aufregendste Ereignis, das Ihr mit Eurem Blog verbindet?
  10. Was war Euer Medium, bevor Ihr anfingt zu bloggen? Das persönliche Gespräch, das Tagebuch, der Leserbrief, die Demo, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften?
  11. Meint Ihr, dass es Euren Blog auch noch in 5 Jahren geben wird? Und wenn nicht, was sonst?

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