Doch gefragt, was denkt man, wenn man das in einem privaten Haushalt sehen würde, weiß in weiß verwoben. Ja, es ist ein Tischtuch:
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| Studio Job, Entwurfsskizze Tischtuch Job Lounge, Groninger Museum |
Was jetzt Ende des Jahres Diskussionen hervorrief war der Entwurf eines Zaunes um eine Anwesen eines Kunstsammlers (kaufen ohne denken?). Der Sammler wollte von Studio Job etwas ganz Besonderes haben, etwas worüber man spricht. Mit diesem Entwurf hatte er es.
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| Entwurf Zaunanlage und Tor in Bentveld für Privatanwesen, Studio Job |
Zu sehen ist Stachendrahtzaun, zwei rauchende Schornsteine als Tor und eine Glocke mit der Inschrift "Suum Cuique" ("Jedem das Seine"). Es soll an das KZ Buchenwald erinnern. Möchte man das als Nachbar haben? Täglicher Blick auf das, was man hoffte hinter sich lassen zu können? Nun, es regte sich Unmut im Land der Kanäle. Studio Job berief sich auf Kunstfreiheit und dass der Sammler eben etwas ganz außergewöhnliches wollte. Was soll man da noch sagen? Ich weiß es nicht. Sprachlosigkeit machte sich breit. Und zum Sammler: gibt es einem irgendetwas dahinter zu leben? Was geht in diesem Kopf vor? Vermutlich nichts, ist ja ein Kunstwerk, das sehr viel gekostet haben wird und so sehen die Nachbarn auch, wieviel Geld ich habe.
Die Gemeinde Zaandvoort, in der der Ort des Sammlers liegt, hat dem Bauantrag zugestimmt. Sie denken nicht, dass damit die Gefühle anderer verletzte würden. Allerdings sieht er dort ganz anders aus:
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| Entwurf im genehmigten Bauantrag, Studio Job |
Nun fragt man sich, warum der ganze Wirbel? Schlechte Presse ist wohl auch Presse. Anders kann ich es nicht beschreiben. Wie leicht hätte man sagen können: Moment, unser Antrag sieht doch ganz anders aus, ohne Glocke, ohne Inschrift... . Und dennoch, was geht in Menschen vor, die sowas, abseits von Gedenkorten schön finden? Ich kann es nicht verstehen. Es geht hier nicht um Bearbeitung eines Themas in einem Kontext, es geht hier nur um Aufregung, Werbung und unreflektiertem Sammeltum. Fast möchte man den missbrauchten Satz als Kommentar hinzufügen. Ich persönlich sage es ganz schlicht: mir ist schlecht.










2 mal irgendwie kommentiert:
Schwierig - eigentlich muss die Kunst ja frei sein dürfen, Tabus zu brechen und ihre Ideen, seien sie noch so seltsam, umzusetzen. Das finde ich wichtig. Andererseits empfinde ich dies hier schlicht geschmacklos.
Es gibt doch in Österreich "Hiedler" Wein, die hatten eine Zeit lang ein unheimlich einladendes Logo (ein graues verschlossenes Eisentor) auf ihren Flaschen - ich stelle mir gerade vor, wie ein Gast an einem Tisch mit dieser unheimlich appetitlichen Tischdecke sitzt und ein Glas Hiedler schlürft...
Hmm, stimmt...ich hatte in Miami auch mal einen deutschen Wein gesehen, der exakt einen gewissen Adler auf dem Etikett hatte, mir ordentlich weit geöffneten Schwingen. Nur das Hakenkreuz fehlte in den Krallen. Das war erstmal ein Schrecken.
Und ja, Kunst soll frei sein. Ehrlich gesagt, hätte ich auch weniger Probleme mit dem Tuch als Objekt in der Ausstellung - oder wenn diese Lounge Ausstellung wäre. Aber sie ist eben kommerziell in der Vermietung. Wem's gefällt...
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